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Historischer Verein Schwerin e.V.



»So lange Schwerin kein eigenes Museum hat --> sind wir keine echten Schweriner«
Graffito in Schwerin 2015
Foto privat

Schwerin - Wie es wurde, was es ist

Neue Ausstellung zur Stadtgeschichte
Schweriner Höfe stellen Räume zur Verfügung
Historischer Verein Schwerin e.V. organisiert die Ausstellung
in Zusammenarbeit der Landeshauptstadt Schwerin mit Exponaten aus den
Stadtgeschichtlichen Sammlungen

Modell »Schwerin um 1650« (Ausschnitt)
Stadtgeschichtliche Sammlungen, Inv.-Nr. 1931 HM, © Foto Jörg Moll 2016

Modell Schweriner Burgwall um 1100
Stadtgeschichtliche Sammlungen, Modell: R. Zienert, 199
© Foto N. Credé, 1996

Das große Stadtsiegel Schwerins, erstmals überliefert 1255
Reproduktion aus Meklenburgisches Urkundenbuch, Bd. I, Schwerin 1863, Nr. 71, S. 66


Modell des Rathauses von 1575, errichtet nach dem Stadtbrand 1558, 1651 erneut abgebrannt.
Stadtgeschichtliche Sammlungen, Modell: R. Zienert, 1996


Stadtmodell "Schwerin um 1653" (Draufsicht) Stadtgeschichtliche Sammlungen,Inv.-Nr. 1931 HM, Modell: Max Münchow, 1952

Seit 2005 das Stadtgeschichichtsmuseum geschlossen hat, gibt es keine Informationen und Ausstellungen mehr zur Geschichte der heutigen Landeshauptstadt und früheren Residenzstadt der Herzöge und Großherzöge Mecklenburg-Schwerins mehr.

Weder die Schweriner selbst noch die Gäste der Stadt können sich heute irgendwo mit Hilfe der originalen historischen Überlieferung über die Entwicklung Schwerins kundig machen.

Das soll sich jetzt ändern: Angeregt durch die Diskussion in der Stadtvertretung über ein fehlendes Stadtgeschichtsmuseum in Schwerin sowie das Interesse des Einkaufszentrums »Schweriner Höfe« an Ausstellungen haben zwischen dem Vorstand des Vereins und dem Centermanagement Gespräche stattgefunden, an deren Ende die Idee einer gemeinsamen Ausstellung zur Schweriner Geschichte in Räumen am Brunnenhof im Einkaufszentrum stand.

Auch die Stadt Schwerin zieht mit, denn die Stadtgeschichtliche Sammlung, die seit 2006 vom Freilichtmuseum Schwerin-Mueß bewahrt wird, ist ja noch vollständig vorhanden. Für die neue Ausstellung werden ausgewählte Exponate aus der Sammlung zur Verfügung gestellt.

Damit können zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden:
Teile der Sammlungsbestände sind nach mehr als 10 Jahren wieder öffentlich sichtbar und zugleich wird - wenn auch in eingeschränkter Form - mal wieder in Schwerin die Geschichte der Stadt präsentiert.

»Schwerin - Wie es wurde, was es ist«
soll die Ausstellung heißen. Und der Titel ist Programm: Die historischen Modelle aus der Sammlung, von denen die meisten früher auch am Großen Moor im Stadtgeschichtsmuseum zu sehen waren, sollen die Entwicklung Schwerins von der Gründung bis in die Gegenwart veranschaulichen. Fachliche Erläuterungen, Abbildungen und Karten sowie Modelle einzelner Gebäude ordnen die Exponate historisch ein und erklären so die Stadtgeschichte am Beispiel des territorialen Wachstums Schwerins.

Thematisch steht die Bedeutung Schwerins als Residenz der Herzöge und Großherzöge Mecklenburgs im Zentrum, die sich deutlich an deren Einflussnahme auf die Stadtentwicklung zeigt. Gleichzeitig dokumentieren diese Einflüsse das Verhältnis zwischen Stadt und Hof. Beides zusammen bestimmte die territoriale und bauliche Entwicklung Schwerins über Jahrhunderte weitgehend mit.

Schwerin möchte gern mit dem Residenzensemble ins UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen werden und gehört auch dorthin.
Wie aber wird Besucherinnen und Besuchern sowie den Einheimischen dann der einzigartige Wert erklärt, der eine Aufnahmein diese Liste rechtfertigt?
Wo erfahren sie etwas darüber?
Wer vermittelt die historische Dimension des Residenzensembles und der Stadt?
Wo erfährt man etwas über die Menschen, die Jahrhunderte lang hier lebten, arbeiteten, bauten, regierten, das Stadtbild prägten, die Kultur und Freizeit aufbauten, entwickelten und pflegten?

Stadt und Residenz - heute die Regierung und ihre Verwaltung - gehören zusammen, wirkten und wirken aufeinander und bedingen einander. Schwerin ist heute nur deshalb Landeshauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns, weil dies schon Zeit ihrer Existenz ihre historische Bedeutung war. Und genau dies kann nur ein Museum anschaulich vermitteln.

Das ist zwar mit der Ausstellung in den Schweriner Höfen keinesfalls verwirklicht, aber die Initiatoren sind der Meinung, dass es ein erster Schritt dahin werden kann, - ein Schritt zu einem neuen Stadtmuseum, das mit historischen Ausstellungen und anderen Vermittlungsangeboten eben genau dies leisten und damit eine große Lücke im Schweriner Kulturleben schließen kann.
In den Schweriner Höfen kann nur weniges aus der Sammlung gezeigt werden und dies können aus konservatorischen und Sicherheitsgründen nicht die Schätze sein. Denn ein Museum ist mehr als eine Ausstellung.
Es benötigt Räume für eine ständige und wechselnde Ausstellungen sowie für Veranstaltungen. Es benötigt Personal und technische Möglichkeiten zum Sammeln und Bewahren, zum Forschen und Vermitteln, zur aktiven Beförderung des historischen Lernens und der Auseinandersetzung über historische und gegenwärtige Themen in der Stadtgesellschaft unter Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger.

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